Die
älteste prähistorische Stätte Europas wurde in Frankreich,
an der Côte d'Azur entdeckt: die Grotte du Vallonet in Roquebrune, eine Million Jahre alt. Vor etwa 400.000 Jahren
errichtetendie Menschen von Terra-Amata die ersten Siedlungen
an der Küste von Nizza. Dort lebten sie als Jäger, deren
Werkzeuge man dort fand. |
Ebenfalls im Gebiet der Riviera-Küste lebten
unsera Vorfahren, die Cro-Magnon-Menschen (vor ca. 30.000 Jahren),
was Knochenfunde z.B. in der Grimaldi-Grotte beweisen. Die
damaligen Bewohner der Küste bis weit hinein nach Italien war
das vorindogermanische Volk der Ligurer, die vom Handel lebten. |
In
Nizza und in Antibes gründeten die Griechen 600 v. Chr. Marseille
und richteten ihre ersten Handelsstützpunkte ein. |
Die Griechen misstrauten den Ligurern und ließen
sie nicht hinter ihre Stadtmauern. Dadurch kam es nur sehr langsam
zu einer Vermischung der beiden Völker. Die Kelten drängten
zur gleichen Zeit von Norden her in das Gebiet der Ligurer und erst
dadurch wurde der Grundstein für ein Völkergemisch gelegt. |
Die Römer waren die nächsten. Sie kamen
etwa 150 bis 50 Jahre v. Chr. auf dem Landweg in die Provence. Somit
kamen sie zunächst nicht den seefahrenden Griechen in die Quere.
Im Gegenteil, Nizza wurde an der Küste von den Griechen beherrscht,
die das Gebiet Nikaia nannten, und im Landesinneren von den
Römern. |
Die Römer hatten ständig kriegerische
Auseinandersetzungen mit den keltisch-ligurischen Stämmen. In La Turbie feierte Kaiser Augustus 6 v. Chr. die Befriedung
der ersten Provinz jenseits der Alpen. |
Später begannendie Römer Städte und Handelstraßen
(z.B. die Via Aurelia) zu errichten. Sie machten das gesamte
Gebiet zur römischen "Provincia". Daher kommt der
heutige Namen für einen Teil dieses Gebietes, der Provence. |
Im 2. Jahrhundert n. Chr. waren die ersten christlichen
Einflüsse zu bemerken und ab dem 4. und 5. Jh. nahmen diese
Einflüsse zunehmend Bedeutung an. |
Die Völkerwanderung löste
schließlich das römische Reich auf. |
Im 8. und 9. Jh. plünderten und brandschatzen
die Sarazenen die Küste und siedelten sich im Massiv de
Maures an.
Die Bevölkerung schützte sich gegen diese Piratenangriffe
durch die Gründung von sogenannten Wehrdörfern (Villages
perdés), die auf schwer zugänglichen Hügeln
gebaut wurden (z.B. Eze, St. Paul-de-Vence). |
Nur kurze Zeit, nach dem Zerfall
des Frankenreiches von Karl dem Großen, war die Provence ein eigenständiges Königreich, das sich aber bereits im
Jahr 935 mit dem Königreich von Burgund zusammenschloss. |
Nach 1033 stand die Provence unter der Hoheit
des Kaisers des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Die kleinen Fürstenhäuser regierten jedoch weiterhin relativ
selbständig. Die Städte Nizza und Marseille erklärten
sich sogar als frei. |
1309-1376 wurde die Provence von den Päpsten
in Avignon beherrscht, die zu der damaligen Zeit auch den weltlichen
Lebensfreuden nicht ablehnend gegenüberstanden. |
Das Heilige Römische Reich war im Jahr 1365
im Zerfall begriffen und gab daher seinen Anspruch auf die Provence
auf. |
In den Jahren 1409-1480 kam es unter der Herrschaft
von "König René d'Anjou dem Guten"
zu einer Blütezeit der Provence. Dies zeigte sich besonders
in Aix-en-Provence. |
Im Jahre 1481 wurde die Provence von ihm an die
französische Krone vererbt. |
Von dieser Zeit an bis zum österreichischem
Erbfolgekrieg im Jahr 1746 wurde die Provence ständig
in Kriegen verwickelt. Zu allem Übel kamen auch noch zwei Pestepidemien
im Jahr 1629 und 1720-1722 hinzu. |
Die Französische Revolution kam erst mit einer
kleinen Verspätung in den Süden und führte zur Gründung
der Departements: Bouches-du-Rhône, Var und Basses-Alpes. |
Ausnahmen waren nur die Städte Nizza, das ein
Zufluchtsort für Adlige wurde, und Toulon, das royalistisch
bleiben wollte und sich deshalb den Engländern anschloss. Napoleon
setze dem Vorhaben Toulons wenig später aber ein militärisches
Ende. |
Überhaupt war Napoleon öfters in der Provence.
Das letzte Mal landete er, aus dem Exil von Elba kommend, 1815 in Golfe-Juan um über die später nach ihm benannte
"Route Napoléon" nach Paris zu reisen. Dort regierte
er nochmals 100 Tage, ehe er dann endgültig nach St. Helena
verbannt wurde, wo er 1840 starb. |
Im Jahr 1860 kamen die Städte Nizza, Menton und Roquebrune, die bis dahin unter den Savoya
standen, ebenfalls unter die französische Herrschaft, als Napoleon
III. sich mit dem italienischen Minister Cavour verständigte.
Sie gründeten 1865 mit Monaco eine Zollunion. |